Rückblick: World Sustainable Energy Days 2010
Größter Ökoenergie-Kongress Europas erfolgreich beendet
Rund 750 Expert/innen und Entscheidungsträger/innen aus 51 Ländern nahmen an den World Sustainable Energy Days 2010 teil. Die Konferenz umfasste die folgenden Fachveranstaltungen:
Dienstag, | Mittwoch, | Donnerstag, | Freitag, | |
Vormittag |
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Nachmittag |
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Fach-Exkursion
Den Auftakt zu den World Sustainable Energy Days 2010 bildete eine Fachexkursion am 2. März, die vor allem bei den ausländischen Tagungsteilnehmer/innen auf großes Interesse stieß.
Besichtigt wurden ein Biomasse-Nahwärmenetz mit einem 650 kW Hackschnitzelkessel, ein 15 kW Pelletskessel in einem Einfamilienhaus, ein führender Hersteller von Pelletskesseln, ein 150 kW Doppelstock-Hackschnitzelcontainer, der als Contractinganlage realisiert wurde, und ein Kindergarten, der mit einem 50 kW Pelletskessel beheizt wird.
Die Teilnehmer/innen nutzten bei der Fachexkursion die Möglichkeit, sich vor Ort über den Einsatz erneuerbarer Energieträger und Energie-Effizienz zu informieren und Fragen direkt mit den Anwendern/innen zu diskutieren.
Europäische Pelletskonferenz
Die World Sustainable Energy Days 2010 wurden mit der Europäischen Pelletskonferenz eröffnet, die am 3. und am 4. März stattfand. Bei dieser Konferenz diskutierten Fachleute aus der ganzen Welt über gegenwärtige und künftige Markttrends sowie technische Innovationen im Bereich Pellets.
Eröffnet wurde die Pelletskonferenz am 3. März von Energielandesrat Rudi Anschober, Landesenergiebeauftragtem und Geschäftsführer des O.Ö. Energiesparverbandes Dr. Gerhard Dell und Dr. Paul Rübig, Abgeordneter zum Europäischen Parlament.
Am ersten Konferenztag wurden zunächst aktuelle Themen wie Qualitätssicherung, Normen und Nachhaltigkeit von Pellets erörtert. Emese Kottász, Europäische Kommission, startete mit der Präsentation der Europäischen Biomassestrategien. Anschließend referierte Dr. Walter Haslinger, Bioenergy 2020+, über die Bedeutung von Standardisierung zur Qualitätssicherung und Eija Alakangas, VTT Technical Research Centre of Finland, über die neuen europäischen Pelletsnormen. Abgerundet wurde der erste Teil der Pelletskonferenz mit einem Vortrag zum Thema Nachhaltigkeitskriterien für feste Biomasse von DI Martijn van Vis, Biomass Technology Group, Niederlande.
Der anschließende Round-Table war Schlüsselfragen der Pelletsmarkt-Entwicklung gewidmet: Nachhaltigkeit – Versorgungssicherheit – Kundenorientierung – internationaler Handel. Das Panel setzte sich aus folgenden Vertreter/innen von Unternehmen, Forschung und öffentlichen Einrichtungen zusammen: Richard Sikkema (Universität Utrecht, Niederlande), Mag. Christiane Egger (O.Ö. Energiesparverband, Österreich), Patrick de Jamblinne (Tuzetka Ltd., Ukraine), DI Bengt-Erik Löfgren (ÄFAB, Schweden), Jill Stuckey (Georgia Center of Innovation for Energy, USA) und Beate Schmidt (DEPV, Deutschland).
Am Nachmittag wurde mit dem Themenbereich "Rohstoffe und Technologien" fortgesetzt. Die Vorträge zum Thema Rohstoffe umfassten Miscanthuspellets von DI Claudia Kirsten, Deutsches Biomasseforschungszentrum, Korkpellets von Univ.-Prof. Joao Monney Paiva, Polytechnic Institute of Viseu, und Pelletiereigenschaften verschiedener Biomasse-Arten von Wolfgang Stelte, Technical University Denmark. Vorteile und Herausforderungen von Pellets-Torrefizierung wurden von Robin Post van der Burg präsentiert, die Entwicklung von "Low-Dust" Biomasse-Kleinfeuerungsanlagen von Prof. Ingwald Obernberger, BIOS Bioenergiesysteme, rundeten den Themenblock ab.
Im anschließenden Konferenzteil "Märkte und Logistik" präsentierte George Stammers von CO2 Sense Yorkshire zunächst den Aufbau von lokalen Pelletsproduktionskapazitäten und im Anschluss Morten Neraas von Green Circle Bio Energy Florida das größte Holz-Pelletswerk der Welt. DI Rudi Maier, Vorstand der Südwärme Deutschland sprach über "Contracting – erfolgreiche Finanzierung und Betrieb von größeren Pelletsheizanlagen" und Matti Sihvonen von FOEX, Finnland über Preis-Indizes für Holzpellets.
Im Anschluss wurden in einem Project-Flash drei Projekte vorgestellt. Radmilo Savic, JKP Beogradske elektrane, Serbien, zeigte den Ersatz von Kohle durch Biomasse im Belgrader Fernwärmesystem, Duncan Kerridge, Dulas, Großbritannien ein Pelletsanlagen-Contracting in Wales und Stefano Tavolo, Turboden, Italien, den Erfahrungsbericht einer ORC-Anlage bei einer Pelletsproduktion.
Der Pellets-Workshop am 4. März bot einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen auf europäischen und internationalen Pelletsmärkten mit Karin Haara aus Schweden, Lauri Sikanen aus Finnland, Hugues de Cherisey aus Frankreich, Christian Rakos aus Österreich, Beate Schmidt aus Deutschland, Annalisa Paniz aus Italien, Francisco Puente Salve aus Spanien, Emese Burján aus Ungarn, Albrecht von Sydow aus den USA und Olga Rakitova aus Russland.
Konferenz "Gebäude-Modernisierung - hin zum Niedrigenergiestandard"
Am zweiten Tag der World Sustainable Energy Days startete die Konferenz "Gebäude-Modernisierung - hin zum Niedrigenergiestandard". Nach der Eröffnung durch Energielandesrat Rudi Anschober und Abg. Claude Turmes, Europäisches Parlament und Präsident von Eufores, startete Dr. Richard Bradley von der Internationalen Energieagentur mit seinem Vortrag "Benchmarks für Energie-Effizienz". Dr. Martin Elsberger, Europäische Kommission, präsentierte die neue EU-Gebäuderichtlinie und Univ.-Prof. Brian Cody, TU Graz, rundete mit seinem Vortrag "Form follows energy – Architektur und Energie-Effizienz" den Einstieg in das Thema Gebäude-Modernisierung ab.

Dann ging es um die Wirtschaftlichkeit von Gebäude-Sanierungen. Der erste Vortrag von Rod Janssen, eceee, behandelte die Frage "Welcher Energie-Effizienz-Standard macht Sinn?". Claire Roumet von CECODHAS Housing Europe präsentierte anschließend eine Strategie für 8 Millionen renovierte Wohnungen und Werner Hansmann, Eurima, Ziele für Niedrig-Energie-Gebäude. Dr. Gerhard Dell, O.Ö. Energiesparverband, präsentierte Gebäudesanierung in Oberösterreich, gefolgt von Ian Finlayson, Massachusetts Department of Energy Resources, zum Thema Gebäude-Energieeffizienz in den USA und die Vorreiterrolle von Massachusetts.
Am Nachmittag wurde mit innovativen Technologien fortgesetzt. DI Zillner vom österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie stellte in seinem Vortrag "Gebäude-Modernisierung - Spitzenleistungen der Forschung" beispielhafte Gebäude-Sanierungen vor, Dr. Anke Mennenga vom Bayerischen Landesamt für Umwelt zeigte die wichtigsten "Gebote" bei der Sanierung von Bürogebäuden auf. Architekt Robert Fischer, Hochschule Luzern, präsentierte mit seinem Vortrag "Vorgefertigte Bauteile für Niedrigenergiesanierung" eine innovative Sanierungstechnologie und Fritjof Salvesen von KanEnergi internationale Beispiele für zukunftsweisende Gebäudesanierung.
Der abschließende Themenblock am Donnerstag war Programmen und Finanzierung gewidmet. Patrick Hansen, Forschungszentrum Jülich, startete mit der Präsentation des deutschen CO2-Gebäudesanierungsprogrammes, Architekt Blair Hamilton von der Vermont Energy Investment Corporation referierte über innovative Finanzierungslösungen. Lenka Česenková, Staatlicher Umweltfonds der Tschechischen Republik, stellte das tschechische Förderprogramm vor und Paul Ciniglio, Radian Technical Services, referierte über ökologische Sanierung von Wohngebäuden. Zum Abschluss zeigte Dr. Bill Bordass, The Usable Buildings Trust, in seinem Vortrag die Perspektiven der Gebäudenutzer/innen auf.
Am Freitag setzte die Konferenz Gebäude-Modernisierung mit drei parallelen Arbeitsgruppen fort. Jede Arbeitsgruppe wurde mit Impulsreferaten eingeleitet. Die erste Arbeitsgruppe mit dem Thema "Von der europäischen Strategie zur lokalen Umsetzung" startete mit einem Referat von Kierson Wise, Severn Wye Energy Agency, mit dem Thema "Ziel 2050 – hin zu einer 60% Reduktion des ökologischen Fußabdrucks". Vollrad Kuhn präsentierte das Gebäudesanierungsprogramm der Clinton Climate Initiative.
In der zweiten Arbeitgruppe ging es um die Modernisierung des europäischen sozialen Wohnbaus. Die drei Impulsreferate "Ein erfolgreiches Wohnbausanierungsprogramm aus Estland", präsentiert von Marit Otsing, Estonian Union of Co-operative Housing Associations, "Die solare Modernisierung von Ungarns größtem Wohngebäude", präsentiert von Péter Puskás, Vize-Bürgermeister von Obuda, und "Erträge aus dem Emissionshandel für die Gebäudesanierung" von DI Vít Vanícek, Czech and Morivan Housing Cooperative Union, regten die Teilnehmer/innen zu intensiven Diskussionen an.
Die dritte Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit innovativen Produkten und Dienstleistungen. Als Einstieg dienten die Referate von Harry Verhaar von Philips Lighting, über effiziente Beleuchtung und von Architekt Heinz-Christian Plöderl über Passiv-Sanierungen.
Eine Fachexkursion zu einem auf Passivhaus-Standard sanierten sozialen Wohnbau und zu einem sanierten historischen Betriebsgebäude des Unternehmens Fronius bildete den Abschluss der Konferenz Gebäude-Modernisierung.
Solarthermie-Konferenz Wels

Am Donnerstag startete die Solarthermie-Konferenz Wels. Die Einleitung bildete der Vortrag "Solarthermie-Märkte – heute und morgen" von Xavier Noyon, ESTIF. Im Anschluss präsentierte Univ.-Prof. Reinhard Haas, TU Wien, das Potenzial für Solarthermie in Europa. Univ.-Prof. Matthias Rommel, Hochschule für Technik Rapperswil, referierte über Qualitätssicherung von Sonnenkollektoren. Mag. Christiane Egger, O.Ö. Energiesparverband, stellte in ihrem Vortrag die Solarthermie-Region Oberösterreich vor und Danny Parker, Florida Solar Energy Center, sprach über Erfahrungen aus Kollektor-Tests.
Nach der Kaffeepause ging es mit Technologien und Programmen weiter. Dr. Wim van Helden, Wim van Helden Renewable Heat/ASiC stellte verschiedene Optionen der Kompakt-Wärmespeicherung vor. Weitere Technologien waren solare Nah- und Fernwärme, präsentiert von Jan Nielsen, PlanEnergi, sowie solare Kühlung, präsentiert von Dr.-Ing. Alexander Morgenstern, Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme. Einen Einblick in das das Thema "Solarwärme für Entwicklungsländer" gewährte Dr. Navratna Mal Nahar vom Central Arid Zone Research Institute, Indien, Dr. Julije Domac von der North-West Croatia Regional Energy Agency stellte das Projekt "1000 Solarthermie-Dächer für Kroatien" vor. Den Abschluss bildete der Vortrag von Jorge Jové Sandoval, Ente Regional de la Energía de Castilla y León, zu "HOSPISOL – ein erfolgreiches Contracting-Programm für Solarthermie".
Der Solarthermie-Workshop am 5. März bot einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen auf europäischen und internationalen Solarthermie-Märkten mit Referent/innen aus Deutschland (Werner Koldehoff, Bundesverband Solarwirtschaft), Österreich (Roger Hackstock, Austria Solar) Spanien (David Pérez, eclareon), Frankreich (Richard Loyen, ENERPLAN), Irland (Paul Dykes, Sustainable Energy Ireland), der tschechischen Republik (Ivana Klobušníková, Energy Centre České Budějovice), Polen (Grzegorz Wisniewski, EC BREC/IEO) und China (Zheng Ruicheng, China Academy of Building Research). Zum Abschluss der Solarthermie-Konferenz präsentierte Wolfgang Hiegl von WIP Renewable Energies, Deutschland, innovative Strategien für Heizen und Kühlen mit erneuerbaren Energieträgern.
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Energie-Star 2010
Ein Highlight der World Sustainable Energy Days 2010 war die Preisverleihung des "Energie-Stars 2010" – des oberösterreichischen Preises für erfolgreich umgesetzte Projekte in den Bereichen Energie-Effizienz und erneuerbare Energie am 4. März. Ausgezeichnet wurden die besten Einreichungen in den Kategorien Unternehmen, Institutionen und Gemeinden, Haushalte und Schulen. Informationen zu den Siegerprojekten finden Sie auf www.energiestar.at.

Publikums-Voting
Als interaktives Element gab es auch dieses Jahr wieder ein Publikums-Voting zu aktuellen Themen. Während der einzelnen Sessions wurden die Teilnehmer/innen nach ihrer Einschätzung bzw. ihrer Einstellung zu Energiefragen der Zukunft befragt. Ergebnisse des Votings hier.

Poster-Präsentation
Begleitend zur Konferenz wurde eine Poster-Präsentation organisiert, an der sich rund 60 Firmen und Organisationen mit ihren Projekten aus den Bereichen Energie-Effizienz und erneuerbare Energieträger beteiligten.
Energiesparmesse
Von 3. bis 7. März fand parallel die Energiesparmesse, eine der bedeutendsten Messen im Bereich Energie-Effizienz und erneuerbare Energie in Europa, statt. Rund 100.000 Besucher/innen nutzten die Möglichkeit, sich bei den 900 ausstellenden Firmen zu informieren. Der O.Ö. Energiesparverband war auf der Energiesparmesse mit einem großen Messestand vertreten, insgesamt 100 Berater/innen boten den Besucher/innen umfassende Informationsmöglichkeiten.
WSED 2011
Die nächsten World Sustainable Energy Days finden von 2. bis 4. März 2011 in Wels statt. Einreichschluss des "Call for papers" ist der 5. Oktober 2010.








